Suizid

Der Suizid einer Angehörigen bzw. eines Angehörigen bedeutet besondere Umstände, die das Trauern der Hinterbliebenen verstärken und verlängern können

Trauerreaktionen nach einem Suizid

Verleugnung, Schock, Schuld, Wut und Depression sind normale Reaktionen der Trauer, die aber noch verstärkt werden können, wenn ein nahe stehender Mensch aufgrund von Suizid gestorben ist. Es ist auch nicht ungewöhnlich Erleichterung zu verspüren, wenn die Beziehung zu dem Menschen destruktiv für die Familie war.
Der Suizid bringt Fragen, Zweifel und Ängste auf. Zurückbleibende befürchten oft, dass ihre Liebe nicht gereicht hat, um den Menschen zu retten, haben Angst, dass andere glauben werden, sie wären als Eltern oder Familie nicht geeignet. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass trauernde Angehörige selbst an Suizid denken. Wichtig ist, Geduld mit sich selbst und den anderen zu haben und wenn nötig professionelle Hilfe aufzusuchen.

Frühere kulturelle und religiöse Einstellungen haben dazu geführt, dass Suizid stigmatisiert wurde. Wenn die Todesursache geheim gehalten wird, fehlt die Möglichkeit, darüber zu sprechen, was zur Isolierung von Familie und Freunden führen kann.

Wut: Es kann sein, dass Sie auf den Menschen, Gott, die Welt und auf sich selbst wegen Ihrer Unfähigkeit, die Angehörige bzw. den Angehörigen zu retten, wütend sind. Es ist in Ordnung, dies zu zeigen. Wut ist ein häufiges Gefühl, wenn ein Mensch aufgrund von Suizid gestorben ist, und manchmal kann der Heilungsprozess erst beginnen, wenn man sich die Wut eingesteht und sie zeigt.

Schuld: Schuldgefühle können auftreten, und vielleicht stellen Sie sich die Frage: „Hätte ich nur …“. Vielleicht müssen Sie sich erst einmal schuldig fühlen um zu wissen, dass Sie nicht verantwortlich waren. Haben Sie Vertrauen in sich selbst. Sie sind auch nur ein Mensch - akzeptieren Sie Ihre Grenzen.

Selbstzweifel: Es drängt Sie oft, nach dem „Warum“ zu fragen. Diese Frage sollte auch gestellt werden, obwohl es oft keine klaren Antworten gibt. Es ist wichtig, mit diesen Fragen zu kämpfen, um sie irgendwann loszulassen. Es kann aber auch zu einer Besessenheit werden, sich jahrelang die gleiche Frage zu stellen, und das ist belastend für Sie und Ihre Umgebung.

Depressionen: Gleichgültigkeit, Unfähigkeit, sich zu konzentrieren und das Gefühl, keinen Grund zum Leben mehr zu haben, sind normale Reaktionen in der Trauerzeit. Sich körperlich zu bewegen kann helfen, diese Depressionen zu bewältigen. Erlauben Sie Ihrer Familie und Ihren Freunden, sich um Sie zu kümmern. Sie müssen nicht stark sein. Erhalten Sie Kontakt mit Menschen aufrecht, die Ihnen etwas bedeuten.

Desillusionierung: Der Suizid kann eine spirituelle Krise auslösen, vielleicht zweifeln Sie an ihrem Glauben und fühlen sich von Gott betrogen. „Warum hat Gott dies zugelassen?“ ist eine Frage, die genauso wenig beantwortet werden kann wie all die anderen Fragen, die auf die Unvollkommenheit der Welt bezogen sind. Versuchen Sie statt einer Antwort, innerliche Ruhe zu erlangen. Manchmal ist es hilfreich, sich mit anderen Betroffenen zu unterhalten, die sich mit den gleichen spirituellen oder philosophischen Fragen auseinandergesetzt haben.

Mit der Situation umgehen

  • Reden Sie in Ihrer Familie über den Tod; reden Sie über den Verlust und den Schmerz. Reden Sie über die schönen Zeiten, aber erinnern Sie sich auch an die nicht so schönen. Alle Familienmitglieder werden Ihre eigene Art des Trauerns haben. Versuchen Sie, diese zu verstehen. Es ist besser, Gefühle zu zeigen als aufstauen zu lassen. Weinen ist gesund und hat eine therapeutische Wirkung.
  • Manchmal hilft es, einen Brief an die Verstorbene bzw. den Verstorbenen zu schreiben, in dem man alles aufschreibt, was vor dem Tod unausgesprochen geblieben war. Für viele ist dies ein guter Weg, um sich zu verabschieden.
  • Lassen Sie Freunde helfen. Wenn Freunde fragen, wie sie Ihnen helfen können, haben Sie keine Angst zu sagen, was Sie brauchen.
  • Es kann auch helfen, einer Selbsthilfegruppe beizutreten. Dadurch, dass man mit anderen, die ähnliches erlebt haben, seine Gefühle teilt, kann man eigene Reaktionen besser verstehen und einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen.
  • Scheuen Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Die Dienste der Notfallseelsorge, der Notfallpsychologie oder Beratungsstellen bieten sich dafür an.
  • Geben Sie sich Zeit. Es kann Monate, sogar Jahre dauern, bis sich das Herz öffnet und die Seele heilt.

 

(Quelle: Nahe sein in Krankheit und Tod, Impulsmappe der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Bozen-Brixen, 3. überarbeitete Auflage)

 

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