Verweilen und Abschied nehmen

Selbst wenn wir das Sterben eines Menschen begleitet haben und auf den Tod vorbereitet waren, können wir es oft nicht begreifen, dass der Körper, mit dem wir vertraut waren, nun nicht mehr belebt ist. Es ist die Unfassbarkeit des Todes eines Menschen, der gerade noch lebendig war.

In dieser Zeit unmittelbar nach Eintreten des Todes kann es hilfreich sein, ein Gebet zu sprechen, vielleicht das Vaterunser, einen Psalm, einen Text zu lesen oder einfach aus dem Herzen heraus zu beten.
Vielleicht hilft es, still dazusitzen, im Innern mit der eben Verstorbenen bzw. dem eben Verstorbenen zu sprechen, zu danken, um Vergebung zu bitten, zu sagen, dass man den Weg allein schafft und die Verstorbene bzw. der Verstorbene ruhig gehen kann. Oft hilft es, eine Kerze anzuzünden, jemanden herbeizurufen, wenn wir Angst haben mit der Toten bzw. dem Toten allein zu sein oder uns scheuen, sie bzw. ihn zu berühren.

Das Verweilen ermöglicht uns, Abschied zu nehmen und den Tod eher zu begreifen. Es lässt uns erkennen, dass das Wesentliche eines Menschen nicht an den Körper gebunden ist. Es ist die Zeit, in der wir unseren inneren Gefühlen frei folgen dürfen.

Das Abschiednehmen als bewusst erlebtes Loslassen von der Verstorbenen bzw. vom Verstorbenen ist ein wichtiger Schritt im Prozess der Trauer. So wie es im Leben Zeiten und Orte gibt, in denen Beziehung gelebt wird, braucht es auch im Sterben und darüber hinaus Zeiten und Orte in denen Verabschiedung möglich ist.

Nicht bei jedem Todesfall ist es den Angehörigen aber möglich, sich Zeit für die Verabschiedung zu nehmen oder in Dankbarkeit und Zuwendung Abschied zu nehmen. Gerade bei schweren Unglücken oder plötzlichen Unfällen fehlen oft Zeiten und Orte des Abschiedes. Es kann auch sein, dass die Verstorbene bzw. der Verstorbene durch das Verhalten, durch Krankheit oder Gebrechlichkeit eine schwere Belastung für das nahe Umfeld war oder dass sie bzw. er im Streit mit Angehörigen verstarb. Auch unter diesen schwierigen Umständen sollte die Würde der Verstorbenen bzw. des Verstorbenen gewahrt bleiben.

Viele Menschen erleben Geborgenheit und Trost in Bräuchen und Ritualen. Eines dieser Rituale ist die bewusste Verabschiedung, bevor die Tote bzw. der Tote in den Sarg gelegt wird. Eine Zeit der Stille und Sammlung soll den Gedanken und Gefühlen Raum geben. An die stille, persönliche Erinnerung kann ein Dank folgen.

(Quelle: Nahe sein in Krankheit und Tod, Impulsmappe der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Bozen-Brixen, 3. überarbeitete Auflage)

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